Archiv für Juli, 2016

Rennbericht: Ironman EM Frankfurt

Veröffentlicht: 13. Juli 2016 in NEWS

Meine erste Teilnahme bei der Ironman Europameisterschaft in Frankfurt ist nun auch Geschichte. Ich habe mich anstelle des Heimrennens dem Ironman Klagenfurt für dieses Rennen entschieden, weil ich meine Hawaiiqualifikation hierbei aufgrund der hohen Punktevergabe fixieren wollte.

Ich reiste am Donnerstag mit Thomas an, war total motiviert und freute mich riesig auf das Rennen. Bis auf die etwas längere Laufpause verlief mein Training nach Plan und ich spürte, dass ich das gewünschte Ziel (mind. Platz 7 für die fehlenden Punkte zur Hawaiiquali) schaffen kann.

Um 6:32 Uhr viel am Langener Waldsee der Startschuss und wir Profi-Athleten durften uns ohne Neoprenanzug über die 3,9km lange Schwimmstrecke freuen. Das Schwimmen verlief ganz gut und ich stieg nach 59 Minuten etwa 5 Minuten hinter der Spitze aus dem Wasser.

Ich wechselte schnell und startete meine Aufholjagd. Mein Gefühl auf dem Rad war sensationell und ich legte gleich mit einem ordentlichen Tempo los. Nach etwa 5km auf dem Rad überholte ich die aktuelle Weltmeisterin (Daniela Ryf) welche aufgrund der Kälte, das Rennen leider beenden musste. Somit war ich noch mehr motiviert Vollgas zu geben und bekam noch einen Schub Adrenalin. Nach und nach sammelte ich eine Frau nach der anderen ein – bei km 40 war ich bereits auf Platz 2 und ich fühlte mich grandios. Dann holte mich schließlich, wie erwartet, bei km 60 die spätere Siegerin Melissa Hausschild ein und auch ein paar andere Mädels kamen wieder von hinten „angeflogen“. Hierbei muss ich sagen, dass das keine gute Idee war, die Agegrouper mit erlaubtem Neopren so knapp hinter dem Profifeld starten zu lassen – es waren lauter Gruppen unterwegs! Mein Befinden war immer noch gut aber es kann schon sein, dass ich anfangs auch ein wenig überzockt habe. Jedenfalls hatte ich dann bei km 140 an Position 6 liegend einen Platten beim Rad, welchen ich schnellstmöglich (8 Minuten habe ich aber trotzdem gebraucht) geflickt habe. Ich versuchte mich dann nochmals zu puschen, aber die Motivation war dann etwas im Keller. Dazu kam dann auch noch, dass ich meine Verpflegung nicht mehr richtig aufnehmen konnte – ich glaube ich habe etwas zu viel von dem „guten“ Wasser im See getrunken. Trotzdem quälte ich mich über den letzten Berg, in die zweite Wechselzone und hoffte noch auf einen guten Marathon – vorbei ist es ja erst im Ziel und der Weg bis dorthin ist ja noch ein langer.

In der zweiten Wechselzone auf Position 9 liegend gab mir Thomas dann die Rückstände bekannt und ich wusste, jetzt muss es aber wirklich gut laufen, damit ich noch auf den 7 Platz vorkomme. Dem war allerdings gar nicht so und ich habe bereits in der ersten 10km Runde von vier Runden so gelitten, dass ich am liebsten das Handtuch geschmissen hätte. Die Abstände blieben immer gleich und ich holte auch nicht wirklich auf – somit war die Motivation nochmals eine Stufe weiter im Keller 😛 Aber mit der Unterstützung und Anfeuerung von Thomas und meinem Trainer Lubos kämpfte ich mich bis ins Ziel – Danke euch dafür!!

Leider  wurde es schlussendlich ’nur‘ der neunte Platz und somit knapp an meinem Ziel vorbei. Die Panne hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht aber ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt weiter vorne bei einem Ironman mitzumischen und das Gefühl war einfach nur grandios! Ich glaube an mich und kämpfe weiter!

Die Möglichkeit der heurigen Hawaiiquali gebe ich aber noch nicht auf – ich halte euch auf dem laufenden, wie es weitergeht.

Danke an © Marcel Hilger und © Kutsche für die Bilder!