Archiv für April, 2016

Rennbericht: Ironman South Africa

Veröffentlicht: 19. April 2016 in NEWS

Vorletzten Sonntag startete ich erstmals gleich mit einer Langdistanz – dem Ironman South Africa – in die neue Saison. Für mich ein Land in dem ich noch nie war und völlig neues Rennmaterial machten die Reise und den Wettkampf zu einem spannenden Abenteuer.

Ich reiste mit meiner Mum und Tommy eine Woche vor dem Rennen an und wollte mich ein wenig an die Hitze Südafrikas gewöhnen – blöd war nur, das es bis zum Rennen hin nie wirklich heiß war und ich sogar bei strömendem Regen meine letzte Radeinheit absolviert habe. Fast nicht erwähnen darf ich dabei, dass ich dieses Training spät Abends in der totalen Finsternis mit Tommy im Auto mit Fernlicht an meinem Hinterrad durchgezogen habe. Sowas passiert, wenn die Frau das Werkzeug zusammen packt und der Mann dann das neue Rad zusammenschrauben darf 😛 . Für den Wettkampftag hatte der Wetterbericht über 35°C und fast kein Wind gemeldet – krasses Gegenteil von den Verhältnissen in welchen ich davor immer trainiert habe. Trotzdem freute ich mich riesig auf ein Rennen mit harten/heißen Bedingungen.

Bis auf das kleine Abenteuer in der Dunkelheit verlief aber alles nach Plan und ich stand total fit und voll motiviert an der Startlinie. Überraschend gut fühlte ich mich beim Schwimmen im Meer – auch die Tage zuvor – ich freute mich über jede Welle und hatte einfach nur Spaß an der ganzen Sache. Beim Landstart kam ich ganz gut weg und bemerkte gleich, dass die Verfolgergruppe auf die Ausnahme Schwimmerin Jodie Swallow total abseits der ersten Wendeboeje unterwegs war. Ich schwamm dann sturr alleine gerade auf die Boje zu, wobei die Verfolgergruppe aber trotz Umweg schneller war und ich dann die gesamten 3,8 km total alleine geschwommen bin. Leider etwas zum Nachteil für mich, da man mit schnellen Beinen vor einem doch ein wenig Zeit und Energie sparen könnte. Trotzdem war ich mit dem Schwimmen ganz zufrieden und freute mich, dass noch ziemlich viele Räder der Damen in der Wechselzone waren – ich stieg als siebte Frau aus dem Meer.

Dann schnappte ich mir meine neue Waffe – mein Simplon MR.T 2 und ließ es gleich richtig laufen. Direkt hinter mir war Lucy Gossage – später Dritte – welche mich etwa bei km 20 dann überholt hatte. Vom Gefühl her, dachte ich, dass ich das Tempo von ihr die ganzen 180 km mithalten kann, doch bei km 40 merkte ich schon, dass es keine gute Idee wäre, da dran zu bleiben, dann würde ich sicher beim anschließenden Marathon ‚platzen‘. So entschloss ich mich, mein Rennen zu machen und ließ sie ziehen. Bei km 150 hatte ich noch kurz einen Durchhänger und die letzten 30 km kamen mir dann zeitweise unendlich vor. Nach einer Splitradzeit von 5:09 Stunden schiebte ich das Rad in die Wechselzone und freute mich nur noch darauf, in meiner stärksten Disziplin anzugreifen – zu diesem Zeitpunkt lag ich auf Platz 8.

Naja, ich sag‘ nur: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Auf den ersten Kilometern der Laufstrecke fühlte ich mich nicht wirklich gut – ein Gefühl, welches ich nicht kannte, denn normalerweise fliege ich bereits die ersten Schritte. Nach etwa 10 Kilometern hatte ich dann kurz das Gefühl, es könnte sich doch noch zu einem super Marathonlauf entwickeln, doch dann machte mir die Hitze einen Strich durch die Rechnung und ich kämpfte nur noch mit mir selbst. Auf Rang 6 liegend wusste ich, das nach vorne hin nichts mehr geht und ich kämpfen muss, diesen Platz überhaupt ins Ziel zu bringen. Eine Dame musste ich leider noch an mir vorbeiziehen lassen und ich kam somit als siebte Dame bei diesem Championship Rennen ins Ziel.

Anfangs war ich etwas enttäuscht, da ich ehrlich gesagt schon dachte, dass ich mehr drauf habe – speziell beim Laufen. Mit der Zeit war ich dann aber immer mehr zufrieden mit diesem Ergebnis und werde jetzt mit meinem Trainer besprechen, wie es mit der weiteren Saison weiter geht – ich denke, es wird noch ganz spannend. Ich hab‘ mich jedenfalls schon ganz gut vom Ironman durch den anschließenden Urlaub in Südafrika erholt und freu‘ mich bereits wieder auf’s Training zu Hause sowie auf die weitere Saison – da geht noch was! 😉

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